Symptome bei Bissen von Schlangen
Es sind 5 Symptomenkomplexe differenzierbar: Blutgerinnungsstörungen, Myotoxine, Neurotoxine, Ödeme, Nekrosen, Hämorrhagie, Herz- und Kreislaufwirkungen.
Blutgerinnungsstörungen
       Vor allem bei Bissen von Trugnattern, Grubenottern und Vipern zu finden
       Toxine im Kreislauf meist stabil.
       Sehr verlängerte Blutgerinnungszeit bis zur vollständigen Ungerinnbarkeit des Blutes führen
       Können sich über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis Wochen hinwegziehen
       Thrombenbildung durch Anregung der Fibrinolyse verhindert
       Ersten Anzeichen sind unstillbares Nasenbluten und Blutungen aus dem Zahnfleisch
       Diagnose durch Bestimmung der Gerinnungszeit.
Myotoxine
       Vor allem bei Seeschlangen und einigen australischen Giftnattern
       Zersetzen durch die Phospholipase A2 die quergestreifte Muskulatur
       Bereich der Bissstelle, aber auch andere Muskelregionen mit starken Schmerzen behaftet
       Durch anfallende Myoglobin kommt es zu dunkelbraunen Verfärbung des Urins und oft zu Nierenversagen.
Neurotoxine
       Vor allem bei Giftnattern und Seeschlangen verbreitet
       Blockieren, je nach Art, die Synapsen
       Erste Anzeichen bestehen in Lähmung der Gesichtsmuskulatur und der Augenlider (Ptosis)
       Greifen weiter auf übrige Skelettmuskulatur
       Patienten versterben an einer Lähmung der Atemmuskulatur.
Ödeme, Nekrosen, Hämorrhagie
       Sehr rasch nach der Applikation treten Zerstörungen der Wände von Blutgefäßen der unmittelbaren Umgebung auf
       Blut kann in das Gewebe austreten
       Extreme lokale Ödeme, bis zu 2 - 3 l
       Blutungen unter die Haut und Blasenbildung können zu massiven Gewebsnekrosen führen.
Herz- Kreislaufwirkungen
       Häufigsten Wirkungen auf das Herz- und Kreislaufsystem bei Giftnattern
       Verschiebung von Kalium und Natrium
       Vipern: Direkt toxischen Bestandteile
       Initial Blutdruckabfall und später durch den Flüssigkeitsverlust zu einer ausgeprägten Schocksymptomatik.

Giftwirkung bei Androctonus australis(Dickschwanzskorpion)

 

Skorpiontoxine enthalten sehr viele Grundsubstanzen, wobei die Zusammensetzung der zahlreichen Substanzen sehr kompliziert und artspezifisch ist. Symptome nach einem Stich sind schwache bis sehr starke Schmerzen, eine lokale Schwellung, manchmal mit einem Taubheitsgefühl, und Bläschenbildung.

Als allgemeine Krankheitszeichen kann es zu Übelkeit und Erbrechen, Bauchkrämpfen und Schweißausbruch kommen, was sich besonders bei Kindern in heftiger

Form zeigen kann. Bei potenten Giften treten zusätzlich noch Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall Atemstillstand und Kreislaufversagen ein

 

Stiche mit kardialer

und zentralnervöser

Symptomatik

Die gefährlichsten Skorpione verursachen durch die große Menge freigesetzter Katecholamine nicht nur lebensgefährliche Herz-Kreislauf-Symptome,sondern durch Stimulierung des Zentralnervensystems auch Erregung,
Verwirrtheit und Krampfanfälle und bei der Gattung Centruroides auch extrapyramidale Symptome mit oropharyngealen Dyskinesien und unwillkürlichen Extremitätenbewegungen. Zusätzliche peripher neuromuskulär wirkende Toxinanteile können zu Muskelzuckungen, Muskelkrämpfen und Lähmungen führen.Bei schweren Vergiftungen kommt es in dieser Gruppe zu Herzinfarktzeichen im EKG mit Erhöhung der CK-MB und zu einem kardial und seltener toxisch verursachten Lungenödem.Die gastrointestinale und cholinerge Symptomatik entspricht der vorigen Gruppe (6, 10, 11).Bei jedem Stichverdacht muss der Patient in den ersten Stunden ärztlich überwacht werden; kommt es in dieser Zeit zu keinerlei Symptomatik, ist
mit keiner Verschlechterung des Zustandes mehr zu rechnen. Die Herz-Kreislauf-Probleme sind rein symptomatisch zu behandeln (siehe „Allgemeine Therapiehinweise“). Gegen die neurologische Symptomatik gibt es für Centruroides spp. und Tityus spp. gut wirkende Antiseren (3, 5).Von den gefährlichen Skorpionen Nordafrikas und Vorderasiens gehören in diese Gruppe Buthacus spp., die Gattung Hottentotta spp.
und vor allem als wichtigste Vertreter Androctonus spp. und Leiurus quinquestriatus (4, 6, 11, 14). Weiterhin gehören hierher Parabuthus spp.
8 Gebote für die Vermeidung von Schlangenbissen
1. Tragen Sie immer halbhohe Schuhe oder Stiefel, wenn Sie im Veld oder im Busch unterwegs sind. Gehen Sie nie barfuß in Gebieten, wo Schlangen vorkommen! Tragen Sie immer lange, feste Hosen im Busch und keine Shorts. Mehr als 60% aller Schlangenbisse erfolgen an den Unterschenkeln oder Füßen.
2. Fassen Sie niemals eine Schlange an! Auch keine angeblich tote Schlange. Das Totstellen ist bei vielen Schlangen nur eine Überlebensstrategie, wenn sie keine Chance mehr zur Flucht haben.
3. Wenn Sie plötzlich einer Schlange gegenüber stehen, bleiben Sie ruhig und bewegen Sie sich nicht. Fast alle Schlangen werden flüchten. Anderenfalls gehen Sie langsam zurück. Machen Sie keine schnellen und hektischen Bewegungen, denn das reizt Schlangen zum Zubeißen. Schmeißen Sie auf keinen Fall Steine oder Stöcke in Richtung der Schlange.
4. Achten Sie auf Ihre Umgebung. Pflanzen, die am Haus hochranken, bieten Ratten und Mäusen Unterschlupf, und dies sind die bevorzugten Beutetiere der Schlangen. Drehen Sie keine größeren Steine oder Baumstümpfe im Gelände um. Stochern Sie in keinen Erdhöhlen, Felsnischen, Holzhaufen oder Baumlöchern. Alles dies sind bevorzugte Schlangenplätze.
5. Machen Sie sich mit den Lebensgewohnheiten von Schlangen vertraut. Vor und während der Häutung sind Schlangen sehr aggressiv. Besuchen Sie Schlangenparks, um später Giftschlangen besser erkennen zu können, und um sich über die örtlichen Schlangenarten zu informieren. Fragen Sie auch hier, was im Notfall zu tun ist. Sollten Sie jemals gebissen werden, dann kann das genaue Bestimmen der Giftschlange überlebenswichtig für den Serumeinsatz sein.
6. Wenn Sie im Busch übernachten, lassen Sie keine Sachen am Boden liegen. Kleidung und Schuhe lagern Sie im Zelt oder Wagen. Klettern Sie nicht in Bäumen, Höhlen oder Abfallgruben herum und schlagen Sie nicht mit Stöcken in das Gebüsch, um Schlangen zu vertreiben. Man weiß bereits, daß sie da sind.
7. Erkundigen Sie sich, wo Schlangenantiserum erhältlich ist. Notieren Sie sich entsprechende Telefonnummern und Adressen. Wer längere Zeit in unbewohnte Gebiete reisen will, sollte sich eine Saugpumpe und entsprechende Seren mitnehmen. Lassen Sie sich von ortsansässigen Spezialisten beraten und vorher in den Gebrauch genauestens einweisen. Serum-Präparate müssen immer kühl bei +2 bis +10 Grad gelagert werden und sind nur begrenzt haltbar.
8. Die beste Vorbeugung ist entsprechende Kleidung und ein ausreichender Sicherheitsabstand zu allen Schlangen. Bringen Sie sich und ihre Mitreisenden nicht durch unüberlegte Handlungen in Gefahr. Afrika ist nicht Europa. Krankenhäuser sind oft weit entfernt. Wildtiere sind keine Haustiere. Schon gar nicht Schlangen.

  

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