Höckerschildkröte (Graptemys nigrinoda )

Die Höckerschildkröte kommt in den USA - vorwiegend in den großen Strömen der Mississippi-Zuflüsse. Der flache Panzer wird bis zu 27cm lang (bei Männchen nur halb so groß), ist olivgrün bis braun, hat einen auffälligen mit drei bis vier Höckern bestückten Kiel und ist mit Linien gezeichnet, die bei älteren Tieren unauffälliger werden. Der Kopf und die Gliedmaßen sind mit gelben bis orangenen Linien überzogen, wobei einzelne Linien die Augen erreichen und eine die gelblich-bräunlichen Augen kreuzt. Insekten und deren Larven, Schnecken, Krabben, Fische und Wasserpflanzen. Als Haustier sei sie jedoch eher dem erfahrenen Schildkrötenhalter empfohlen. Sie ist zum einen sehr scheu und zum anderen empfindlich bezüglich der Wasserqualität, so dass man das Aquarium mit einem großzügigen Außenfilter ausstatten sollte. Dieser erzeugt dann neben der Filterung des Wassers auch bei geschickt platziertem Einlauf in einem Teil des Beckens eine Strömung, die von den Schildkröten gerne angenommen wird und der Bewegungsförderung dient. Ein häufiger Wasserwechsel lässt sich kaum vermeiden. Auch sollte das Aquaterrarium großzügigst bemessen sein. Alle Höckerschildkröten, also die gesamte Gattung Graptemys, sind hervorragende Schwimmer, die einen großen Bewegungsdrang haben und somit viel Platz im Wasser benötigen. Das Becken sollte für erwachsene Weibchen eine Grundfläche von rund 160cm x 60cm aufweisen. Der Wasserstand sollte mindestens 50cm betragen. Natürlich darf das Becken auch größer sein. Nach oben gibt es auch für den Wasserstand kaum Grenzen. Im Aquarium sollte es einsturzsichere Höhlen und eine Vielzahl von Plastikpflanzen geben. Es empfiehlt sich meistens, die Sonneninsel außerhalb des Aquariums zugluftgeschützt anzubringen. Dies alles sollte man vor einer Anschaffung bedenken.Da diese Tiere aus der gemäßigten Klimazone stammen, muss für sie der Jahreszeitenzyklus simuliert werden. Das lässt sich durch drei Faktoren bewerkstelligen: Licht, Temperatur und Nahrungsangebot. Bei der Beleuchtungsdauer kann man sich an der Sonnenscheindauer orientieren. Man stellt einfach die Schaltuhr des Aquariums auf die Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten ein. Eine monatliche Aktualisierung ist dabei ausreichend. Die Wassertemperatur sollte sich im Sommer bei einem Maximum um 26°C bis 30°C einpendeln. Eine ganz leichte Temperaturabsenkung um ein paar Grad zur Nacht hin ist möglich. Die Lufttemperatur muss das gesamte Jahr über die Wassertemperatur um ein paar Grad übersteigen. Auf der Sonneninsel sollte die Temperatur an einem Punkt die 40°C-Marke knapp überschreiten. Jedoch muss genug Platz auf der Insel sein, damit die Schildkröte sich den benötigten Temperaturbereich wählen kann.


Rotwangenschmuckschildkröte(Chrysemys scripta)

Die Rotwangenschmuckschildkröte kommt in den USA bis nach Mexiko vor. Die Rotwangen-Schmuckschildkröte wird mehr als 30cm groß. Die Männchen bleiben, mit knapp 20cm, kleiner. Weibliche Gelbwangen-Schmuckschildkröten werden mit ca. 27cm nicht ganz so groß, Männchen werden so groß wie die der Rotwangen-Schmuckschildkröten. Am kleinsten bleibt die Cumberland-Schmuckschildkröte, deren Weibchen sind mit nur 21cm und die Männchen mit 14cm ausgewachsen.Sie ist sehr anpassungsfähig und bevorzugt  ruhige Gewässer welche einen schlammigen, weichen Bodengrund und reichlich Unter- sowie Überwasservegetation haben. Wichtig sind auch geeignete Sonnenplätze, bevorzugt solche von denen sie sich ins Wasser fallen lassen kann wenn ein Feind in Sicht ist. Außer zum Sonnen und zur Eiablage verlassen die Schmuckschildkröten das Wasser nicht. Zur Zimmerhaltung ist ein geräumiges Aquarium von mindestens 200 Litern für eine Schmuckschildkröte zu empfehlen, oft werden im Zoohandel mit den kleinen Schmuckschildkröten nur kleine 54 Liter-Aquarien verkauft, diese reichen aber höchstens ein Jahr für die schnell wachsenden Tiere. Der Wasserstand im Aquarium muss mindestens der Panzerlänge des größten Tieres entsprechen, besser mehr. Auch Baby-Schmuckschildkröten kommen mit einem hohen Wasserstand gut zurecht. Für die Wasserreinigung sorgt ein großer Wasserfilter, Innenfilter müssen öfter gereinigt werden als größere Außenfilter. So ein Filter macht einen regelmäßigen Teilwasserwechsel nicht überflüssig. Zur Beheizung des Wassers sind Aquarienheizstäbe geeignet.Nachts kann das Wasser etwas kühler sein. Die Wassertemperatur beträgt 25-27°C. Auf das Landteil muss ein Wärmespot (kein Infrarot) gerichtet sein der für eine punktuelle Erwärmung auf 40°C sorgt. Zur Versorgung der Schmuckschildkröten mit UV-Licht ist die Osram UltraVitalux, täglich 15 Minuten, ein Meter Abstand zur Schildkröte, am geeignetsten. Für den Landteil gibt es verschiedene Möglichkeiten, am einfachsten ist ein frei schwimmendes Stück Kork. Besser ist da schon eine käufliche Schildkröteninsel die aussieht wie ein natürlicher Stein, aber aus Plastik ist und mit Saugnäpfen befestigt werden kann. Des Weiteren kommt noch eine Zierkorkröhre in Betracht, diese kann man zwischen der Front- und Rückscheibe einklemmen. Diese Landteile nehmen keinen Schwimmraum weg, unter dem Landteil können die Schildkröten hindurchschwimmen. Auch ein Steinaufbau ist als Landteil geeignet nimmt aber viel Schwimmraum weg. Wenn geschlechtsreife Weibchen gepflegt werden ist auch ein Eiablageplatz erforderlich, dieser kann aus einer Wanne, gefüllt mit einem Sand-Erde-Gemisch, bestehen. Die Wanne wird in das Aquarium eingehängt oder auf einen Steinaufbau im Aquarium gestellt, die Wanne muss über eine Lauframpe erreichbar sein. Auf den Aquarien-Boden kann man eine Schicht Kies und Sand verteilen, zur einfacheren Reinigung kann man jedoch auch darauf verzichten. Im Zoohandel ist Wasserschildkrötenfutter erhältlich, dies sollte jedoch so selten wie möglich verfüttert werden. Schmuckschildkröten fressen sowohl tierische wie auch pflanzliche Nahrung, je älter die Tiere werden, desto mehr pflanzliche Nahrung nehmen sie zu sich. Es können als tierisches Futter die verschiedensten Würmer, Bachflohkrebse (Gammarus), Ameisenpuppen, Larven, Regenwürmer, Heuschrecken, kleine Süßwasserfische, Fischstückchen etc. verfüttert werden. Mehlwürmer und Zophobas sollten nur sehr selten verfüttert werden. Als pflanzliches Futter eignen sich Wasserpflanzen, Entengrütze, Löwenzahn, Vogelmiere, Römersalat und viele weitere Wildpflanzen.

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